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5 Fragen an Joerg Fieback, CEO und Gründer der zebra | group

Die sächsische und ostdeutsche Agenturszene ist bunt, vielfältig – und außerhalb der eigenen Landesgrenzen (immer noch) weitestgehend unbekannt. Da tut es gut, dass immer wieder einzelne Agenturen von sich reden machen und durch ihre eigenen Erfolge auch den Dialog mit der ganzen Szene anregen. Aktuellster Anlass ist die Auszeichnung der zebra | group (Chemnitz) mit dem Gold-„Effie“, dem Branchenpreis für effizientes Marketing. pioneer-CEO Benedict Rehbein und zebra-Gründer Joerg Fieback haben sich über die Bedeutung solcher Preise, die eigene Arbeit und die Zukunftsaussichten der Agenturszene unterhalten.

Benedict Rehbein: Joerg – Glückwunsch zum Effie! Das ist für euch eine Premiere oder? 

Joerg Fieback: Ja, Benedict! Das ist eine Premiere für uns. 30 Jahre Anlauf genommen und jetzt gleich Gold. Im Ernst: Es ist unsere erste Teilnahme beim Effie. Der Respekt vor diesem Wettbewerb war immer riesig. Aber mit dem Gewinn des Kulturhauptstadt-Titels im Rücken, dachten wir: das wird jetzt probiert!

Benedict Rehbein: Ihr habt den Preis für euer „Heimspiel“ gewonnen, die Kulturhauptstadt Chemnitz 2025. Hand aufs Herz, ist das auch ein bisschen eine Frage der Ehre gewesen?

Joerg Fieback: Naja. Eigentlich hatte dieses Bid Book ja schon vor den ADC-Trophäen und dem Gold-Effie das Allerwichtigste gewonnen. Ich erinnere mich an diesen magischen Moment, als in der Live-Übertragung der Umschlag geöffnet wurde und auf der Karte „Chemnitz” stand. Ein jahrelanger Prozess mit vielen verschiedenen Akteuren war dem vorangegangen. Im Rathaus sind alle ausgetickt – ganz so, als wäre Deutschland Fußballweltmeister geworden. Seitdem gehen Menschen aus Chemnitz gefühlt etwas selbstbewusster durch die Welt. Dass wir etwas dazu beitragen konnten, Europas Kulturhauptstadt 2025 zu werden, macht uns ein wenig stolz und sehr dankbar. Das kann auch der Effie nicht toppen.

Benedict Rehbein: Wie viel Arbeit deines Teams steckt in dem Final Bid Book drin? 

Joerg Fieback: Das Final Bid Book steht am Ende eines langen Weges, den wir über viele Jahre begleitet haben. Ohne diesen Weg und ohne viele Menschen, die an diese Idee geglaubt haben, gäbe es gar kein Final Bid Book. Schon im Winter 2017 führten wir mit der damaligen OB und Ideengeberin der Bewerbung Barbara Ludwig sowie ausgesuchten Chemnitzer:innen einen Strategie-Workshop durch. Alles drehte sich um die Frage „Könnte Chemnitz Kulturhauptstadt?”, die wir schließlich alle mit „JA!” beantwortet haben. Danach gab es viele weitere Meilensteine auf dem Weg zum Titel. So zum Beispiel auch eine Binnenkampagne, die dafür sorgte, die Unterstützung in der Bevölkerung zu befeuern. Und vor dem Final Bid Book gab es auch noch ein First Bid Book für die Vorrunde, die ja auch erstmal zu bestehen war. Eine Menge Kreativität ist auch in die Ausstattung der Jury-Präsentationen geflossen. Am entscheidenden Final Bid Book arbeitete ein zebra-Kernteam von zirka sechs Leuten eng zusammen mit vielen Mitstreiter:innen aus dem Bewerbungsteam Chemnitz2025 über ein halbes Jahr mit wahnsinnig viel Herzblut. Aber die Lust am Machen hat auch immer die Last der Verantwortung begleitet. Denn wir wussten alle: das ist für uns ein sehr, sehr besonderes Projekt. 

Joerg Fieback hat seit 30 Jahren den Helm auf: zebra gehört zu den prägenden Agenturen der sächsischen Kreativwirtschaft

Benedict Rehbein: Mit dem Award kommt ein neuer zum German Brand Award und zu den verschiedenen Nägeln des Art Directors Club hinzu. What’s next? 

Joerg Fieback: Wir haben das Final Bid Book noch bei ein paar europäischen Wettbewerben eingereicht. Mal sehen, wie die Jurys dort draufschauen. Grundsätzlich wählen wir sehr genau aus, welche Projekte wir zu welchen Wettbewerben senden. Im Fokus unserer Arbeit steht ja nie der Gewinn eines Awards. Wir wollen die Mission unserer Kunden beflügeln. Und zwar mit der Kraft von intelligenten Strategien, einzigartiger Kreation und digitalen Lösungen. Wenn dann am Ende auch ein Award herausspringt, dann ist das nur die Kirsche auf der Torte. Nicht mehr und nicht weniger. 

Benedict Rehbein: Ende nächster Woche stellt ihr euren Case bei einer Talkrunde rund um die Effie-Gala in Leipzig vor. Wir freuen uns drauf. Dann geht’s auch um die Kreativszene im Osten: Wie beurteilst du als „Urgestein“ die Lage hier vor Ort? 

Joerg Fieback: Ich bin jetzt 30 Jahre in der Werbung. Mein Gründungspartner Thomas Pfefferkorn und ich fühlen uns daher schon wie Pioniere der ostdeutschen Werberszene. Diese hat inzwischen wahnsinnig viel zu bieten. Es gibt spannende kleine und große Agenturen aller Fachrichtungen und unheimlich viele kleine, aber feine Spezialbüros und Freelancer aus den verschiedensten Bereichen rund um Konzeption, Design, Bewegtbild, Digital und Social. Nur leider wird das von nationalen Marketing-Entscheidern immer noch nicht so wirklich wahrgenommen. Dass der Effie erstmals hier in Leipzig gastiert, ist vielleicht auch ein Ausdruck dafür. Sich zu beschweren, dass man nicht gesehen wird, wäre aber der falsche Weg. Deshalb bin ich wirklich dankbar, dass ihr von pioneer gemeinsam mit uns, mit OK und ressourcenmangel sowie dem Kreativen Sachsen eine Allianz gebildet habt, um für die gesamte Szene Ost mal ein wenig auf den Busch zu klopfen.

Mehr zum Effie, der ostdeutschen Agenturszene und zum Engagement von pioneer communications gibt es hier in Kürze zu lesen. Schon jetzt verfügbar: Details zur zebra-Kampagne für Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025.

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