I, Robot, Michelangelo und Blau, Blau, Blau – Warum Stock-Bilder zum Thema KI so langweilig sind. Und wie es besser geht
Gelangweilt von den immergleichen Stock-Bildern rund um KI? In diesem Blog geben wir Hinweise, wie du deine Kommunikation rund um das Thema KI besser und abwechslungsreicher bebildern kannst.
Hand aufs Herz. Wenn du in den letzten Wochen Artikel zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) gelesen oder selbst verfasst hast, wie häufig sind dir dabei Bilder mit den folgenden Elementen begegnet?
humanoide Roboter
sich berührende Menschen- und Roboterhände (in Anspielung auf Michelangelos „Die Erschaffung Adams“)
digitale Gehirne
kühle, neutrale Farben wie Blau, Weiß und Schwarz
Warum Klischee-Stock-Bilder zum Thema KI ein Problem sind
Als professionelle*r Kommunikator*in weißt du: Stock-Bilder beeinflussen, wie ein Laien-Publikum über ein bestimmtes Thema denkt und fühlt. Unsere kollektive Sprache rund um KI aber ist leider voller Klischees. Das ist ein Problem, zum Beispiel aus den folgenden Gründen:
Abstrakte oder science-fiction-inspirierte Bilder verhindern, dass wir erkennen, wie KI schon heute real in unserer Gesellschaft eingesetzt wird.
Die Gleichsetzung von menschlicher und maschineller „Intelligenz“ schürt unrealistische Erwartungen an die Fähigkeiten von KI.
Die Darstellung von KI als selbstbewusste, menschenähnliche Roboter maskiert die Verantwortung, die Menschen für ihre Arbeit mit KI tragen.
Das intuitivste Argument gegen Klischees im Storytelling über KI ist aber: Sie sind generisch, erzählen keine Geschichten, die die Aufmerksamkeit des Publikums binden und gehen in der Masse unter. Für PR, die von öffentlicher Aufmerksamkeit lebt, ist das ein Todesurteil.
Du wünschst dir Hilfe in Sachen Content Marketing? Melde dich. Mit unserer Expertise bieten wir dir gerne die passende Beratung und Unterstützung in der Umsetzung an.
Deshalb geht visuelles Storytelling zum Thema KI so oft schief
Full Disclosure: Auch bei PIO haben wir im Rahmen unserer Arbeit schon auf solche stereotypen Bilder zurückgegriffen. Falls du dich also genauso „schuldig“ gemacht haben solltest – no hate.
Aber warum ist visuelles Storytelling zum Thema KI so einfältig und geht schief? Ein paar mögliche Gründen sind:
Meta-Ignoranz: Klischeehafte Bilder über KI sind allgegenwärtig. Der öffentliche Diskurs ist geprägt von Hype. Nüchterne Informationen sind rar. Kurz: Wir leiden alle an sogenannter „Meta-Ignoranz“: Unser Wissen über KI ist nicht nur begrenzt, sondern so eng, dass wir gar nicht bemerken, WIE begrenzt es ist. Wir wissen also schlicht nicht, was wir nicht wissen – und erkennen nicht, wie beeinflusst unsere Bildsprache ist.
Bequemlichkeit: Weil klischeehafte Bilder über KI überall sind, werden sie besonders mit dem Thema assoziiert. Sie verraten dem Publikum, dass es z. B. in einem Artikel über KI gehen wird, noch ehe sie den ersten Satz gelesen haben. Das macht sie zu einer bequemen „Abkürzung“, um der Herausforderung zu entgehen, KI-bezogenen Content ideal zu bebildern.
Ressourcenmangel: Content-Produktion ist schnelllebig. Oft müssen Inhalte zu einer festen Deadline fertig und veröffentlicht sein. Das Thema Bebilderung wird dabei häufig zur Nebensache oder Last-Minute-Aufgabe. Das verhindert, dass visuelles Storytelling die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.
Du bist in einer innovativen Branche unterwegs? Unser PIO BEYOND-Team hilft dir, dein Publikum zu begeistern, auch bei komplexen Themen.
Mit Bildern besser über KI sprechen – Diese Fragen solltest du dir stellen
Wenn du deine Inhalte zum Thema KI besser visualisieren möchtest, empfehlen wir, dass du dir bei der Erstellung oder Auswahl passender Bilder die folgenden Fragen stellst:
Notwendigkeit: Geht es darum, KI zu bebildern? Oder eigentlich um etwas ganz anderes? In vielen Content-Pieces spielt KI eine Rolle – aber nicht zwingend die Hauptrolle. Geht es z. B. um eine KI-gestützte Dashcam, die Lkw-Fahrer*innen warnt, wenn sie etwa vergessen haben, ihren Sicherheitsgurt anzulegen? Dann ist KI vermutlich gar nicht das zentrale Thema, sondern eher Datenschutz oder Verkehrssicherheit. Prüfe deshalb bei jedem Content genau, ob KI es überhaupt „wert ist“, in deinem visuellen Storytelling überhaupt prominent aufzutreten.
Genauigkeit: Um welche Art von (KI-)Technologie geht es genau? KI ist nicht gleich KI. Ein Chatbot à la Claude oder Chat GPT ist etwas ganz anderes als die KI, die im Krankenhaus hilft, in Ultraschallbildern verstecke Tumore zu entdecken oder jene, welche in einem Krieg Ziele für Luftschläge auswählt. Deine Visuals sollten also die Realität, wo und wie eine KI zum Einsatz kommt, möglichst genau abbilden.
Ehrlichkeit: Zeigt das Bild, was KI tatsächlich kann, und mehr nicht? Die Fähigkeiten von KI werden in der Berichterstattung regelmäßig überzeichnet – auch auf visueller Ebene. Die Darstellung eines digitalen Gehirns etwa suggeriert, dass künstliche Intelligenz ein Bewusstsein hat, oder dass seine Funktionsweise mit dem menschlichen Denken vergleichbar wäre. Beides ist nicht der Fall. In deinen Visuals solltest du also darauf achten, keine falschen Versprechungen zu machen oder billigen Hype zu bedienen.
Menschlichkeit: Zeigt das Bild, das KI von und für Menschen kreiert wird? KIs sind Software. Auch, wenn Agenten gewisse Arbeitsschritte scheinbar autonom durchführen, agieren sie doch fremdbestimmt. Sie werden gepromptet und reflektieren ihre Handlungen nicht. Das heißt: Die Verantwortung für die Ergebnisse, die wir unter Einsatz von KI produzieren, tragen wir als Menschen weiterhin selbst. Dein visuelles Storytelling sollte dem Rechnung tragen und Menschen als aktive Nutzer*innen der Technologie darstellen.
Anna Riepe & FARI / https://betterimagesofai.org / https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Fundstück des Monats: Better Images of AI
Glücklicherweise bist du mit der Herausforderung, KI-Themen in ansprechende Visuals zu übersetzen, nicht allein. Als Agentur mit Fokus auf Innovationskommunikation unterstützen wir dich gerne dabei, ein passendes Storytelling zu entwickeln. Bis dahin empfehlen wir dir Better Images of AI. Die Non-Profit-Initiative ist Teil der NGO „We and AI“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, kritisches Denken in Bezug auf KI zu fördern, zu ermöglichen und zu stärken. Mit Better Images of AI möchte sie zu einem besseren visuellen Storytellung rund um KI beitragen – und hat eine entsprechende Creative Commons-Datenbank zusammengestellt. Mit dieser machen sie einiges richtig. Better Images of AI
Vermeidet die gängigen Klischee-Bilder von KI;
Liefert Bilder, die frei von Hype sind, die realen Auswirkungen von KI zeigen und menschliche Verantwortung für KI nicht ausklammern;
Bietet Bilder von diversen Creatives mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher, aber wiedererkennbarer Stile.
Das heißt für dich: Wenn du das nächste Mal nach einem passenden Bild oder einer Grafik suchst, musst du nur die Datenbank öffnen, ein passendes Bild aussuchen (es gibt eine hilfreiche Suchfunktion) und es auswählen – und das kostenlos. Nur den entsprechenden Bildnachweis solltest du nicht vergessen. Und wenn doch mal kein passendes Motiv dabei ist? Dann lass dich doch einfach trotzdem von der Datenbank inspirieren. Für uns das Fundstück des Monats!
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Herobild: Anna Riepe & FARI / https://betterimagesofai.org / https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/