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Zwei Menschen unterzeichnen Dokumente, eine dritte Person beobachtet.

Herausforderung Fachkräftemangel: 7 Tipps, was du tun kannst

Janne Thiemann

Der Fachkräftemangel belastet zahlreiche Unternehmen in Deutschland. Mit unseren hilfreichen Tipps zeigen wir dir, wie du effektiv geeignetes Personal findest – auch in schwierigen Arbeitsmarktzeiten.

Wenn du diesen Artikel angeklickt hast, sucht dein Unternehmen vermutlich gerade dringend gut ausgebildete Mitarbeitende – und das schon länger. Du bist nicht allein: Der Fachkräftemangel belastet die gesamte deutsche Wirtschaft. Auch wenn in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage die Zahl der Unternehmen, die über einen Mangel qualifizierter Mitarbeitender klagen leicht zurück geht, fehlen Deutschland Arbeitskräfte auf historisch hohem Niveau. Das ergibt zum Beispiel die ifo Konjunkturumfrage aus dem Januar 2025.

In diesem Beitrag stellen wir dar:

  • was genau Fachkräftemangel ist;

  • welche Ursachen der aktuelle Fachkräftemangel hat;

  • wie ein Mangel qualifizierter Arbeitskräfte deinem Unternehmen schadet; und

  • mit welchen sieben Schritten du aktiv neue Mitarbeitende für dich gewinnen kannst.

Was ist Fachkräftemangel? 

Fachkräfte sind Arbeitskräfte, die in ihrem Bereich über eine abgeschlossene Aus- oder Weiterbildung verfügen. Das kann z. B. ein Studium, eine Lehre oder eine vergleichbare Qualifikation sein.

Der Begriff Fachkräftemangel meint also ein anhaltendes Defizit an qualifizierten Arbeitskräften. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach solchen Arbeitskräften dauerhaft höher ist, als das Angebot.

Welche Ursachen hat Fachkräftemangel? 

Der aktuelle Fachkräftemangel hat mehrere Ursachen. Die wichtigste ist der anhaltende demographische Wandel: Besonders in westlichen Industrieländern wie Deutschland wird die Bevölkerung immer älter, während gleichzeitig immer weniger Kinder geboren werden. Besonders mit dem Renteneintritt der Babyboomer-Generation (geboren zwischen 1955 und 1969) bedeutet das: Dem Arbeitsmarkt stehen immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung. 

Auch die Globalisierung spielt eine Rolle. Als Unternehmen konkurrierst du heute nicht nur mit Wettbewerbern aus deiner Region um qualifizierte Arbeitskräfte – sondern mit solchen aus ganz Deutschland, Europa, und dem Rest der Welt. Als deutsches Unternehmen profitierst du zwar zunächst einmal davon, dass Deutschland mehr Arbeitskräfte durch Arbeitsmigration gewinnt, als es verliert. Doch dieser Effekt kann stark regional geprägt sein. So leiden etwa Unternehmen in Ostdeutschland besonders stark darunter, dass durch das Erstarken der AfD in der Region mehr Menschen die Region meiden oder verlassen.

Wie schadet Fachkräftemangel deinem Unternehmen?

Kannst du als Unternehmen wichtige Stellen nicht mit dem passenden Personal besetzen, schadet das deinem Geschäft. Das kann bereits kurzfristig eintreten, wenn du aufgrund akuter Personalengpässe dein Produktivitätslevel nicht halten kannst. Versuchst du trotzdem, dein Niveau zu halten, bedeutet das oft, dass deine bestehenden Mitarbeitenden mehr leisten müssen. Das kann zwar eine Weile gut gehen – vor allem wenn deine Arbeitskräfte richtig motiviert sind -, führt auf Dauer aber zu Überlastung und Frust. Im schlimmsten Falle kündigen gestresste Mitarbeitende oder rutschen in einen Burnout, sodass sich dein Personalmangel weiter verschärft verstetigt. Langfristig schadet der Fachkräftemangel also in jedem Fall deiner Wettbewerbsfähigkeit.

Wie du die Motivation deiner Mitarbeiten effektiv steigst, erfährst du hier in unserem Blogpost zum Thema.

Unsere sieben Tipps zum Umgang mit Fachkräftemangel in deinem Unternehmen

Möchtest du als Unternehmen nicht in die Fachkräftemangel-Falle tappen, musst du aktiv gegensteuern. Hier sind unsere sieben Tipps, die dir helfen, deine Fachkräfte-Lücke zu schließen.

Tipp #1: Prüfe, wo und wie künstliche Intelligenz (KI) dir helfen kann

Aktuell testen viele Unternehmen ihre Möglichkeiten aus, mithilfe von KI ihre Fachkräftelücke zu schließen – zumindest teilweise. Das heißt, sie geben ihrem bestehenden Team ein generatives KI-Tool wie ChaptGPT von OpenAi an die Hand, um ihre Produktivität zu steigern. Die Idee: Die KI nimmt Mitarbeitenden lästige Aufgaben ab, damit diese sich auf produktivere Tätigkeiten konzentrieren können. Auch du solltest diese Möglichkeit für dein Unternehmen in Betracht ziehen. Dabei solltest du jedoch genau prüfen, ob generative KI für dein Unternehmen wirklich in Frage kommt – und wie es sich langfristig auf deine Produktivität auswirkt.

Denn ob KI die Arbeitsproduktivität tatsächlich steigert, ist nicht ausgemacht. So deuten etwa einige Studien an, dass Softwareentwickler, die KI für die Programmierung nutzen, ineffizienter arbeiten also ohne KI – obwohl sie subjektiv das Gefühl haben, produktiver zu sein. Eine Studie des Harvard Business Review kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass KI Mitarbeitende zwar produktiver macht, aber sie demotiviert.

Für dich als Unternehmen bedeutet das, dass du genau kontrollieren solltest, ob und was KI dir wirklich bringen kann.

Tipp #2: Senke deine Fluktuation durch Mitarbeiterbindung

Um Personalengpässe abzumildern, hilft es schon, wenn die Mitarbeitenden, die aktuell in deinem Unternehmen arbeiten, bleiben. Um treue Arbeitnehmer*innen an dich zu binden, kannst du einiges tun. Besonders hilfreich sind Maßnahmen wie eine transparente Gehaltsstruktur, flexible Arbeitszeiten sowie Homeoffice, Mentoring-Programme und natürlich eine gute Unternehmens- und Führungskultur.

Du willst mehr über das Thema Mitarbeiterbindung erfahren? In unserem Blogpost zum Thema findest du die wichtigsten Maßnahmen einfach erklärt.

Tipp #3: Investiere in Weiterbildung

Eine weitere Möglichkeit, mit dem Mangel an qualifizierten Fachkräften umzugehen, ist, sie selbst auszubilden – indem du in deine bestehenden Mitarbeiter investierst. Durch Weiterbildungsmaßnahmen bietest du nicht nur bewährten Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Du sicherst auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit deines Unternehmens, indem du intern in die Entwicklung genau der Skills investierst, die du in Zukunft brauchen wirst.

Tipp #4: Kooperiere mit Bildungseinrichtungen

Schrumpft die Zahl junger, qualifizierter Talente, musst du als Unternehmen bereitstehen, sobald sie in den Arbeitsmarkt eintreten – also direkt nach ihrem Studium oder ihrer Ausbildung. Dazu solltest du eng mit passenden Bildungseinrichtungen kooperieren, z. B. mit Universitäten und Berufsschulen. Biete Studierenden oder Berufsschülern Praktika oder eine Stelle als Werkstudent*in an, unterstütze sie bei Abschlussarbeiten oder halte selbst Gastvorträge. So kommen junge Talente früh mit deinem Unternehmen in Berührung und sammeln positive Erfahrungen mit ihm.

Tipp #5: Erweitere deinen Bewerberpool

Lassen sich die erwarteten qualifizierten Fachkräfte nicht finden, hilft es außerdem, wenn du deinen Bewerberpool ausweitest. Du kannst zum Beispiel motivierten Quereinsteiger*innen eine Chance geben oder aber versuchen, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. In jedem Fall solltest du dich aber darauf einstellen, dass du für diese potenziellen Mitarbeitenden womöglich eine Weiterbildung oder die Anerkennung ihrer Qualifikationen sowie ein sehr gutes Onboarding organisieren musst.

Zusätzlich kanns du dein Unternehmen (und deine Website) barrierefrei gestalten. So wirst du als Arbeitgeber attraktiv für Arbeitnehmer*innen mit Behinderung, die dein Team mit ihren Fähigkeiten bereichern können.

Unseren Blogpost zum Thema Barrierefreiheit findest du hier.

Tipp #6: Sprich potenzielle Mitarbeitende direkt an

Eine weitere Möglichkeit ist es, deine Recruiting-Maßnahmen auszuweiten – zum Beispiel, indem du deine offenen Stellen auch über Social Media teilst, selbst Active Sourcing betreibst oder indem du einen professionellen Headhunter engagierst.

Du willst in dein Social Media-Recruiting investieren? Unser Blogpost zum Thema verrät dir die wichtigsten Tipps und Tricks.

Tipp #7: Investiere in deine Employer Brand

Fehlen dir dauerhaft qualifizierte Arbeitskräfte, kann das auch mit deiner Employer Brand zu tun haben. Womöglich wirkt dein Unternehmen von außen undurchsichtig oder schlicht wenig attraktiv als Arbeitgeber. Oder du bleibst als Unternehmen am Arbeitsmarkt einfach „unsichtbar“, weil du wenig in die entsprechende Kommunikation investierst und Fachkräfte auf Jobsuche dich deshalb nicht wahrnehmen.

Damit sich das ändert, kannst du einiges tun, z. B.:

  • dich um eine positive Unternehmenskultur bemühen, die dich als Arbeitgeber attraktiver für Jobsuchende macht;

  • handfeste Benefits wie z. B. Erfolgsbeteiligung und Homeoffice einführen;

  • als Arbeitgeber nach außen und innen kommunizieren;

  • auf deiner Website eine eigene Karriereseite einrichten;

  • eine gezielte Employer Branding-Kampagne starten.

Du willst wissen, wie gelungenes Employer Branding aussieht? Hier stellen wir dir einige der besten Kampagnen aus 2024 vor.

Schluss mit der Fachkräftelücke – Dein Weg zum Employer Branding-Erfolg

Der Fachkräftemangel ist ein ernstzunehmendes Problem, das viele Unternehmen in Deutschland betrifft. Das heißt jedoch nicht, dass du nichts gegen deine individuelle Fachkräftelücke tun kannst. Mit den richtigen Maßnahmen ziehst du qualifizierte Arbeitnehmer*innen an und begeisterst sie von deinem Unternehmen.

Du suchst Hilfe in Sachen Employer Branding und Kommunikation? Unser PIO BELOVED-Team findet gemeinsam mit dir die richtige Lösung für dein Unternehmen. Nimm einfach Kontakt mit uns auf für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

Be loved.

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